Anrechnung der Berufsschulzeit auf die Arbeitszeit

Für Jugendliche:

Gehen Jugendliche zur Berufsschule, sind sie bei Teilzeitunterricht von mehr als fünf Unterrichtsstunden an einem Schultag pro Woche für den Rest des Tages von der betrieblichen Ausbildung befreit.

Bei mehreren Schultagen pro Woche bestimmt der Betrieb den Tag, an dem der Auszubildende nach der Schule freigestellt wird. An den übrigen Tagen hat der Jugendliche nach der Berufsschule die Ausbildung im Betrieb aufzunehmen. Deren Dauer beträgt an solchen Tagen die zeitliche Differenz zwischen der für den Tag üblichen Ausbildungsdauer und der Berufsschulzeit einschließlich Pausen.  Die Fahrzeiten zwischen Schule und Betrieb gelten also als Ausbildungszeit.

Für minderjährige Auszubldende schreibt § 9 des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JarbSchG) für die Anrechnung der Berufsschulzeit auf die wöchentliche Arbeitszeit Folgendes vor:

  • Berufsschultage mit mehr als 5 Unterrichtsstunden mit 8 Stunden
  • alle anderen Berufsschulzeiten mit der tatsächlichen Unterrichtsdauer einschließlich der Pausen.
  • Die Fahrzeiten zwischen Wohnung, Schule und Betrieb gelten bei Jugendlichen nicht als Ausbildungszeit.

Für volljährige Auszubildende

Gem. § 7 Satz 1 des Berufsbildungsgesetz (BBIG) ist jeder Auszubildende für die Teilnahme am Berufsschulunterricht freizustellen. Freistellung bedeutet, dass der Auszubildende während der Berufsschulzeiten in seinem Betrieb nicht anwesend sein muss. Die Berufsschulzeit ersetzt während ihrer Dauer die betriebliche Ausbildungszeit. Das gilt - so das Bundesarbeitsgericht in einem Urt. vom 26. März 2001 - auch für Pausen- und Wegezeiten zwischen Arbeitsstelle und Berufsschule. Eine stundenweise "Anrechnung" wie sie für Minderjährige vorgeschrieben ist, findet hier nicht mehr statt.


Das bedeutet also, dass volljährige Auszubildende ggf. an beiden Berufsschultagen noch im Betrieb arbeiten könnten, wenn die wöchentliche Arbeitszeit nicht erfüllt ist.

 

Weitere Hinweise zur Berechnung der Arbeitszeit finden Sie auch auf den Seiten der Ärztekammer Niedersachsen unter www.aekn.de