Flamenco Museum
Sprachschule
Zimmer
Sevilla bei Nacht
Ausstellung im Flamenco Museum
Blick über Sevilla

Unsere Schülerin Anna-Lena S.(Kauffrau für Bürokommunikation) aus der KB2a arbeitet vom 18.03. bis 12.05.2012 in Sevilla, Spanien. Ermöglicht wird ihr dies durch ein Leonardo da Vinci Stipendium für Auslandsmobilitäten. Ihr folgender Bericht gibt einen wunderbaren Eindruck über das spanische (Arbeits)Leben einer deutschen Praktikantin.

Ich heiße Anna-Lena, bin 26 Jahre alt und bin zurzeit im 2. Ausbildungsjahr zur Kauffrau für Bürokommunikation.
In der Berufsschule erfuhr ich vom  Leonardo da Vinci-Projekt und war sofort begeistert. Nachdem ich meinen Ausbildungsbetrieb von diesem Projekt erzählte und sie meine Begeisterung teilten, bewarb ich mich und nun dauerte es auch nicht mehr lange und man teilte mir mit, dass es für mich in das schöne Sevilla gehen würde!

Nach einem aufregenden Hinflug und Umsteigen auf Mallorca, landete ich mit einer dreiviertelstündigen Verspätung (da der Pilot die Landebahn verpasste) in Sevilla!
Dann war auch die erste Hürde, den Taxifahrer zu bitten mich zur Adresse der Gastmutter zufahren genommen, und ich stand vor meiner neuen Bleibe für die nächsten 56 Tage.
Der Empfang der Gastmutter war sehr herzlich und nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, machten wir noch einen kleinen Rundgang durch Sevilla und sie zeigte mir den Weg zur Sprachschule, die ich die ersten zwei Wochen besuchte.

Sprachschule

Der erste Tag: Nach einer kurzen Einführung und Vorstellungsrunde der Schüler und unseres Lehrers Antonio in der Klasse machten wir einen Rundgang durch „clic“ – die Sprachschule. Dann ing es auch schon los mit dem Spanisch lernen.
In den zwei Wochen lernten wir die Bildung von Verben und konjungierten, wir führten viele Gespräche auf Spanisch oder lernten spielerische Vokabeln. Es ging immer sehr locker zu und wir hatten viel Spaß am Lernen.

Allerdings muss ich leider sagen, dass mir meine Mitschüler einen großen Schritt voraus waren und schon jegliche Grundlagen der spanischen Sprache beherrschten. Somit werde ich in der nächsten Woche einen weiteren Sprachkurs beginnen, um meine bisherigen Sprachkenntnisse vertiefen.

Mein Fazit:
Es ist eine super Sprachschule und ich hatte eine Menge Spaß. Größtenteils wird auf die Bedürfnisse jeden einzelnen Schülers eingegangen. Man fühlt sich sehr willkommen und akzeptiert.

Freizeit

Durch „clic“ habe ich schnell viele tolle Leute aus der ganzen Welt kennengelernt und wir unternehmen sehr viel gemeinsam – eigentlich täglich. Wir treffen uns auf das eine oder andere Cerveza, gehen Tapas essen oder erkunden gemeinsam Sevilla.

„clic“ bietet jede Woche ein sehr interessantes Kulturprogramm an, an dem ich immer wieder sehr gerne teilnehme. Am Montag nach meiner Ankunft beispielsweis nahm ich an einer Stadtführung teil. Wir fuhren nach Córdoba oder besuchten die Ausgrabungsstätte Italica.

Es ist toll, mit einem Stadtplan bewaffnet einfach drauflos zu gehen und zu sehen, wo man landet. Sevilla hat so viel zu bieten und man entdeckt jeden Tag neue, interessante  Teile dieser Stadt.

Ich hatte das große Glück, dass ich zur Semana Santa in Sevilla sein durfte. Die Semana Santa ist die Woche vor Ostern. Die gesamte Stadt steht Kopf – überall finden Prozessionen statt und quasi das gesamte Leben findet auf der Straße statt.
Ich habe eine der größten Prozessionen in Triana, einem Stadtteil von Sevilla, miterlebt und die Atmosphäre ist unbeschreiblich.

Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich die Chance bekommen habe, an diesem Projekt teilnehmen zu dürfen und bin wohl in einer der schönsten Städte der Welt gelandet…


Unterkunft

Ich wohne bei einer „älteren“ Dame namens Dolores. Sie ist 62 Jahre alt und arbeitet im Gesundheitswesen. Dolores ist eine sehr herzliche (und junggebliebene) Sevillianerin. Zwar haben wir unsere „kleinen“ Verständigungsprobleme – jedoch mit Wörterbuch, Händen & Füßen haben wir schon so einige Unterhaltungen geführt. Es ist immer wieder ein Spaß!

Des Weiteren wohnt noch ein anderes Mädchen in der Wohnung. Sie ist aus Malta und studiert zurzeit hier in Sevilla. Die Wohnung liegt zwar nicht direkt im Zentrum von Sevilla, allerdings ist alles in unmittelbarer Nähe. Zur Sprachschule war  ich ca. 15 Minuten unterwegs –zum Museum brauche ich knapp 10 Minuten.

Die Wohnung liegt in einem riesigen Wohnkomplex und ist wirklich schön – sehr gepflegt und gemütlich! Mein Zimmer ist groß, liebevoll eingerichtet und hat „sogar“ eine Heizung, die ich auch schon das eine oder andere Mal in Betrieb nehmen musste.

Ja, ich kann sagen: in meiner Unterkunft fühle ich mich sehr wohl!!!

Arbeit

Mein Praktikum begann am 02. April in einem privaten Flamenco Museum, gegründet von der Flamencotänzerin Christina Hoyos im Jahre 2006.
Es ist ein modernes Museum mit vielen interaktiven Stationen und allabendlichen Flamencoshows – die immer wieder aufs Neue richtig klasse sind!

Am ersten Tag bekam ich eine Führung, um einen Einblick in das  Museum zu bekommen und mir ein erstes Bild von diesem zu machen.
Bereits in der zweiten Woche hatte ich dann meine erste eigene Führung  durch das Museum – auf Deutsch. Dies erleichterte die Sache, jedoch war ich ziemlich aufgeregt.  Aber ich hatte viel Spaß und ich hoffe, die Gruppe auch…
In der ersten Woche bekam ich ein Projekt zugeteilt. Ich entwerfe nun einen Flyer für das Museum, in dem jeden Monat die „Bilder des Monats“ vorgestellt werden – denn im Museum gibt es eine Galerie, in der regionale, aber auch internationale Künstler ihre Werke ausstellen.  Diese Bilder können käuflich erworben werden und um dieses zu publizieren, erarbeite ich den Flyer. Es macht wirklich Spaß, ich kann selbst entscheiden – und es ist eine kreative Arbeit.

Eine weitere Aufgabe in meinem Praktikumsbetrieb ist die Betreuung des Museumsshops. Dort bin ich dann zuständig für den Verkauf von Souvenirs, CD’s und allen weiteren Dingen aus dem Shop. Des Weiteren arbeite ich auch an der Rezeption und verkaufe Tickets.

Es ist eine tolle Arbeit, mit vielen internationalen „Mitpraktikanten“ und einem tollen Team!

Fazit

Ich muss gestehen, dass ich bevor ich am Leonardo da Vinci Projekt teilnahm keinerlei Bezug zu Spanien, geschweige denn zu Andalusien hatte. Als ich dann den Anruf von Herrn Hancker bekam und er mir mitteilte, dass ich nach Sevilla fahren würde, setzte ich mich das erste Mal mit dem Thema Andalusien/Spanien auseinander – und war begeistert

Meiner Meinung nach - und da bin ich sicherlich nicht allein - ist es eine großartige Möglichkeit, die Auszubildende mit diesem Projekt erhalten.  Die Erfahrungen, die man während dieser Zeit sammelt; in ein fremdes Land zu reisen, dort zu leben, zu arbeiten sowie Menschen und deren Kulturen kennenzulernen, kann einem hinterher keiner mehr nehmen. Man wächst daran, macht eine Entwicklung in der Persönlichkeit durch, ändert Ansichten und Meinungen.

Kurz: Einfach mal über den Tellerrand schauen und sehen was dahinter liegt

Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich die Chance bekommen habe und bin wohl in einer der schönsten Städte der Welt gelandet…