Zu Besuch beim Murmann Verlag in Hamburg
17.Februar 2018 18:20  
Von: Vivien Paradies, Bianca Klimaschewski



Murmann Verlag Hamburg

Wie genau arbeitet eigentlich ein Sachbuchverlag und wie bereitet er sich auf das große Thema Publishing 4.0 vor? Das durften wir Medienkaufleute aus dem 3. Ausbildungsjahr bei einem Besuch beim Murmann Verlag (www.murmann-verlag.de) in Hamburg lernen.

 

Seit der Murmann Verlag im Jahr 2004 als reiner Buchverlag von Sven Murmann gegründet worden ist, sind inzwischen einige Beteiligungen hinzugekommen. Der Fokus liegt eindeutig auf hochwertigen Sach-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Innovationsbüchern, die teilweise zur Pflichtlektüre von Managern, Start-up-Gründern und Machern zählen. Klassische Buchreihen mit einheitlichem Cover wird man hier vergeblich suchen, stattdessen sehr individuelle, grafisch und haptisch interessant gestaltete Werke.

 

Anders als andere Unternehmen, hat der Murmann Verlag die Wertschöpfungskette in der Buchproduktion vorverlegt und unterstützt daher bereits vor der Abgabe eines Manuskriptes bei der Ausarbeitung der Kernbotschaften, um weitere Einnahmequellen zu eröffnen. Dies ist der Unique Selling Point des Verlages.

 

Wie in anderen Verlagen auch, gehören das Lektorat, das Korrektorat, die Satzgestaltung und die Vermarktung zu den Hauptaufgaben des Verlags. Nach einem interessanten Vortrag durften wir den kaufmännischen Leiter, Herrn Stern, den Vertriebsleiter, Herrn Horl, und den Online-Beauftragten des Murmann Verlages, Herrn Karl, mit Fragen löchern.

 

Die Besonderheit und somit auch die Schwierigkeit bei jedem klassischen Verlag sind, dass dieser normalerweise an B2B-Kunden (d.h. Verlag – Buchhandel) sein Programm vermarktet. Es fehlt somit an Wissen über uns – die Kunden und Kundinnen, die Leser und Leserinnen (B2C). Trotz des digitalen Zeitalters bleiben wir für die Verlage ein Mysterium – diese Blackbox stellt für die Zukunftsvision Publishing 4.0 noch das größte Hindernis dar. Denn je mehr Daten über die tatsächliche Leserschaft vorhanden wären, umso zielgerichteter könnten die Verlage arbeiten. Meistens sind es lediglich subjektive Erfahrungswerte der Buchhändler, jedoch keine auswertbaren Daten. Obendrein sprechen Datenschutzgründe dagegen, dass wir z.B. mit Geotagging den regionalen Buchhändler unseres Vertrauens empfohlen bekommen, was eine durchaus sinnvolle Alternative zum Kauf bei Amazon wäre.

 

Wir nehmen aus diesem interessanten Tag unter anderem mit, dass die Informationskultur Veränderungen, Offenheit und Lernbereitschaft in technischer Hinsicht und auch von Seiten des regionalen Buchhandels erfordert und dass der Bereich „Online“ berechtigterweise hier immer wichtiger wird.

 

Wir danken Herrn Dr. Murmann, Herrn Stern, Herrn Horl, Herrn Karl, Frau Gutierrez und Frau Schneidereit für ihre Zeit, ihre Unterstützung und das großartige Engagement, welche uns einen guten Einblick hinter die Kulissen des Murmann Verlags ermöglicht haben.

Die Medienkaufleute Digital und Print des 3. Lehrjahres der BBS Haarentor Oldenburg







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