Carina A. und Lena R., Industriekauffrauen vom 04.09. bis 25.09.2018 in Sveti Nikole, Mazedonien

Anreise

Nach der Vorbereitung startete unser Abenteuer vorerst in einem kleinen Dorf namens Sveti Nikole in Mazedonien. Vom Flughafen abgeholt wurden wir von den Produktionsleitern von dem Unternehmen, in dem wir unser Auslandspraktikum absolvieren. Nach ungefähr einer Stunde Autofahrt kamen wir dann an unserem vorläufigen Hostel an.

Unterkunft

Die Standards in Mazedonien sind keineswegs zu vergleichen mit denen in Deutschland, weshalb uns ein nicht allzu gepflegtes Hotelzimmer erwartete. Demnach wurden wir nach der ersten Nacht in ein anderes Hotel ein Ort weiter gebracht. Das Hotel lag weiter oben in den Bergen zwischen Weintraubenfeldern und Bauernhöfen, viel Zivilisation war dort also nicht. Die beiden Hotelbesitzer waren sehr um uns bemüht. Leider konnten sie weder Deutsch noch Englisch, weshalb die Verständigung sehr eingeschränkt war. Das Hotel in Skopje war nur einige Minuten vom Zentrum entfernt. Auch das Personal konnte super Englisch sprechen, es gab also keine Probleme mit der Zahlung oder Zusatzleistungen wie das Frühstück, welches uns jeden Morgen frisch zubereitet wurde.  

 Arbeit

Unser Praktikum absolvierten wir in unserer Produktionsstätte, wo alle Hemden produziert werden. In der ersten Woche waren wir in den Büros Buchhaltung, Chefsekretariat und Lohnbearbeitung tätig. Dort haben wir kennengelernt, wie das Unternehmen Buch führt, Rechnungen einpflegt, Lieferscheine erstellt und die Löhne der Arbeiter in der Produktion bearbeitet. Vieles wird noch schriftlich geführt, nicht jeder Mitarbeiter verfügte über einen Computer. In der zweiten Woche haben wir unsere Agentur in der Hauptstadt Skopje besucht, welche zuständig für die Zollabwicklung unserer Rohstoffe ist. Uns wurde gezeigt, welche Aufgaben sie täglich durchführen. Da Mazedonien kein EU-Land ist, gibt es viele Kriterien, die dabei beachtet werden müssen, sonst drohen hohe Geldstrafen. Die dritte und somit letzte Woche verbrachten wir wieder in Sveti Nikole, wo auch unsere Produktion liegt. Dort lernten wir den gesamten Prozess vom eingehenden Auftrag bis zur ausgehenden Ware kennen. Wir hatten die Möglichkeit, die einen oder anderen Nähereien mit Hilfe durchzuführen, wie das Zuschneiden der Stoffe, das Annähen der Knöpfe sowie am Ende die Qualitätskontrolle. Auch wurden uns eigene Blusen nach Wunsch gefertigt. Wir wurden durchweg von sehr netten Kollegen betreut, das Arbeiten machte daher trotz kleinerer Schwierigkeiten an den einzelnen Maschinen eine Menge Spaß.

Freizeit

Nach der Arbeit sind wir meistens mit den Arbeitskollegen im Dorf etwas essen oder trinken gegangen. Mazedonien hat viele Spezialitäten und auch Angewohnheiten beim Essen, die wir in Deutschland gar nicht kennen. Die Mitarbeiter in Skopje zeigten uns nach Feierabend die Stadt. Wir besuchten einen riesigen alten Basar, Obst- und Gemüsemärkte, viele Sehenswürdigkeiten sowie sämtliche bekannte Restaurants und Bars. Da wir über das Wochenende in Skopje bleiben durften, hatten wir die Möglichkeit, weitere Orte eigenständig zu besuchen. 

Fazit

Es war sehr interessant zu sehen, wie die Produktion der Hemden abläuft, welche wir hier in Deutschland vermarkten. Die Leute vor Ort sind sehr herzlich und immer darum bemüht, dass wir einen schönen Aufenthalt haben. Dennoch haben wir uns gefreut, nach 3 Wochen endlich wieder auf deutschem Boden zu stehen. Das Leben dort ist keineswegs zu vergleichen mit Deutschland.

Ich würde jedem empfehlen, ein Auslandspraktikum zu machen.