Fairdays 2019

Eine Woche für die Zukunft

Welchen Weg hat eine Jeans zurückgelegt, bis sie in unserem Schrank landet? Und unter welchen Arbeitsbedingungen haben Näherinnen diese Jeans in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, hergestellt? Und wie viele Jeans wandern eigentlich ungetragen in den Müll?

Die Projektwoche „Fairdays“ an den BBS Haarentor sollte diese und viele andere Fragenstellungen zum Thema „Nachhaltigkeit“ beleuchten. Wie gelingt also ein Leben, das auf fairen Handel setzt und auch den nachfolgenden Generationen genug Ressourcen lässt?

Am Abschlusstag in der Pausenhalle, unserem Friday for Future[1], wurde eines sehr deutlich: Nachhaltigkeit ist ein aktuelles und sehr angesagtes Thema. Viele Klassen hatten während der Projektwoche Informationen gesammelt und gemeinsam überlegt, wie sie mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ umgehen wollen. Die Ergebnisse wurden am Freitag in der Pausenhalle ausgestellt. Die Besucherinnen und Besucher konnten Notizblöcken aus Altpapier, Garderoben aus alten Aktenordnern, Zweite-Hand- Kleidung und -Bewerbungsmappen, Blumen in alten Kaffeekannen, eine regionale Bio-Wurst erwerben oder einfach an vielen Inforationsständen zum Thema Nachhaltigkeit vorbeischlendern. Da ging es um die Wege von Jeans und Joghurt aber auch um die riesigen Mengen Plastikmüll, die unseren Planeten inzwischen überziehen. Das Organisationsteam um Annette Schraad, Thorsten Borgmann und Abteilungsleiterin Birgit Möller hatte auch externe Partner eingeladen: So stellte das Modelabel Maas ihre Kleidung und verschiedene nachhaltige Gütesiegel vor. Das Familienunternehmen La Molienda aus Oldenburg stellte sein Konzept für fair produzierten und importierten kolumbianischen Kaffee vor. Ehrenamtliche Mitglieder des Repair-Cafés halfen bei der Instandsetzung von Föhn und Co., während das Ökumenische Zentrum Oldenburg e. V. einen Stand und einen Workshop zum Thema Fairtrade anbot. Einige Klassen nutzten den Workshop, um sich intensiver mit der Frage beschäftigen, was unsere Kleidung mit der Lebenssituation von Näherinnen in Bangladesch zu tun hat. „Ich fand es sehr beeindruckend, wie sich die Arbeiterin in einem kurzen Film mit den Worten „Fashion kills“ direkt an uns gewandt hat. Wir alle können mit unserem Einkaufsverhalten etwas für faire Arbeitsbedingungen in den Fabriken tun“, sagte eine Teilnehmerin in der Abschlussrunde des Workshops. Andere Klassen erhielten die Möglichkeit, sich Dokumentarfilme zum Thema Nachhaltigkeit im Programmkino Casablanca anzusehen und die Eindrücke gemeinsam zu diskutieren.

Eine Jury wählte die nachhaltigsten Projekte am Ende der Woche aus, die Schulleiter Diedrich Ahlfeld am Freitag prämierte. Den ersten Platz teilten sich die MF2a und die IN1 für ihre Idee mit Hilfe einer App Fahrgemeinschaften zur Schule zu bilden. Der zweite Platz ging an die BFRB2, die das Konzept zur Mülltrennung auf den Fluren und im Klassenzimmer weiterentwickelte.

Was nehmen wir an Erkenntnissen mit? Eine Menge! Eine Jeans legt zum Beispiel häufig mehr als 50000 km zurück, bis sie in unserem Schrank landet. Mit diesem Wissen wird es dann noch unverständlicher, dass schätzungsweise jedes fünfte Kleidungsstück ungetragen im Müll landet. Und die Arbeitsbedingungen von Näherinnen in Bangladesch lassen sich positiv beeinflussen, wenn wir bei Produzenten mit Fair-Trade-Siegeln kaufen.

Eine (nicht-repräsentative) Schüler*innen-Umfrage brachte folgende Ergebnisse: „Mir wurde klarer, was die Umwelt mit mir zu tun hat. Ich fahre jetzt mehr Rad.“ „Ich habe Bambus-Zahnbürsten ausprobiert. Das war aber nicht so toll.“ „Ich versuche, weniger Fleisch zu essen.“ Jeder und jede  kann etwas tun, die Verantwortung liegt nicht nur bei den großen Unternehmen.“

Bilder von der Abschlussveranstaltung: Hier geht es zum Album 

 


[1] Die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg hat es vorgemacht: Sie initiierte die, inzwischen weltweit bekannte, Aktion „Fridays for Future“.